Friday, September 14, 2018

13. 9. 2018 Kommunikation ist mühsam

Wir frühstücken im Hotel und frieren. Obwohl es gar nicht mehr warm ist, läuft die Klimaanlage. Total unnötig, wie wir finden.

Ohne Richtungsangabe fahren wir los und landen schliesslich in einem Grocery store ( eine art Rewe).  Natürlich bin ich ob dem Halloween Angebot entzückt gewesen, aber alles was mir gefiel, war zu gross, um es im Koffer mitzunehmen. Auch stellte ich mir vor, wie die am Flughafen den Koffer scannen und ein (Plastik-) Skelet sehen und Panik bekommen oder wie ich gefragt werde, meinen Koffer zu öffnen und eune grässliche Fratze fängt an zu sprechen und zu lachen...

Witzig ist auch, wie man überall von wildfremden Menschen angesprochen wird... soviel Small-Talk wie hier hab ich ewig nicht betrieben... Mom schüttelt auch den Kopf, wieviel Privates die Menschen. hier mit Fremden teilen....dann stell ich mir die gleichen Leute vor, wie sie bei uns schoppen und wie kalt und unnahbar wir ihnen erscheinen müssen. Jedenfalls ich lächle und konnte einer Dame sogar helfen, das zu finden, wonach sie mich gefragt hatte...sie berät mich dafür bei einem anderen Produkt. Nett, sehr nett...

Dann fahren wir zurück zum Hotel... Mom versucht sich etwas auszuruhen, währen ich den Blog schreibe.

Um 13.30 werden wir von Heidi, Jeremy, little Rosemarie und Bella abgeholt. Wir fahren zu einem Chinesischen Restaurant in der nähe von Kurt. Little Rosemarie fährt mit uns, sie will etwas mehr über die Familiengeschichte erfahren, redet jedoch mehr über sich und auch Peter. Sie erzählt kurz davon, dass sie 3 Monate obdachlos war und in ihrem Auto übernachtet hatte. Dass sie jedoch schnell ein gutes Netzwerk aufbauen konnte und mit verschiedenen jobs wieder aus diesem Sumpf herausgefunden hatte.

Peter hingegen wurde mit  13 schon in ein Korrektur- camp geschickt. Das ihm die ersten 6 Monate verbot mit seiner Familie Kontakt aufzunehmen, dann nur schriftlich und schliesslich einmal wöchentlich telefonisch. Sie meint damals wäre er erst richtig abgestürzt und hatte leider später schlechten Umgang...Sie würde ihm gerne helfen, weiss aber aus eigener Erfahrung, dass nur er das selber kann.

Sie erzählt uns auch, dass Kurt und Barbara jetzt wissen, dass sie lesbisch ist und dass sie es zwar nicht aussprechen können, es aber soweit akzeptieren und und einfach wollen, dass sie glücklich ist. Sie hat nun sogar eine Kirche mit einem Pfarrer gefunden, der die LGTB nicht verurteilt. Sie scheint an einem guten Ort zu sein. Jedenfalls kommt Ihre Partnerin Crystel heute auch.

Das Chinesische Restaurant hat ein riesiges Buffet, ähnlich dem Restaurant in Bremerhaven wo ihr mit der Ilse wart. für läppische 6 US Dollar kann man hier essen sociel man will. Kurt, Barbara und Paul kommen auch und später auch Monika. Kurt ist freudig überrascht, denn er wusste nicht das seine Enkelin da ist. Diese ist sehr aufgeweckt und plaudert munter mit Jeremy und fragt ihn aus über seine Zeit im Krieg, fragt rundheraus, ob er ein Veteran ist. Soviel, wie mit ihr redet er sonst nicht. Er ist jedoch sehr herzlich und hat uns sogar umarmt, was sowohl Mom, wie auch mich überrascht hat.

Das Restaurant ist einfach, sehr dunkel, wie hier Restaurants halt so sind. Wir haben einen separaten Raum. Die Frau des Besitzers begrüsst alle herzlich, aber vor allem Kurt, den sie liebevoll Ersatzpapi getauft.gat, weil er sie an ihren Papa erinnert. Barbara und er gehen dort mindesten zweimal pro Woche essen.Es werden Anektoden von Grossvati ausgetauscht und viel gelacht. Aber wie es an so einem Familientisch ist, es ist auch schwer allen Gesprächen zu folgen. Besonders Mom hat Mühe. Die Haasens sprechen aber auch alle sehr leise, nuscheln fast und die Dunkelheit und Wärne machen müde. Der Jetlag hilft auch nicht grade.

Da wir nachher noch mit Barbara schwimmen gehen wollen, machen wir uns auf zum Kurt nach Hause, um Kaffee zu trinken. Kurt hat sich viel Mühe gegeben uns einen schönen Empfang zu beteiten. Im Vorgarten sind frische Blümchen gepflanzt. Lichtlein installiert und die Schweizer Fahne hängt friedlich neben der USA Flagge.

Dem Haus sieht man an, dass es sehr alt ist und auch die Möbel haben ihre besten Zeiten längst hinter sich. Die getiegerte Katze kennt keine Berührungsängste und liebt es gekrault zu werden.

Wur fahren mit Barbara zu ihrem Trainingspool. Sie kann zwar nicht mehr so gut gehen, aber fahren kann sie noch ganz gut. Das Fitnesszenter ist auch etwas älter, aber gut in Schuss und soweit ich sehe sauber. Dennoch würde es unseren Europäischen Standarts nicht entsprechen. Wo darf man bei uns mit Stassen-Rolator bis ins Bad laufen? Da jann man gradesogut mit Strassenschuhen ins Bad...

Das Trainingsbecken ist klein und nicht ganz so warm, wie ich das gedacht hatte, und sicher nicht so, wie es Mom mag. Ausserdem ist die Luft auch eher kühl und es hat von irgendwoher einen kalten Luftzug. Im Hottub neben dem Backen sind 3 haarige ältere Männer mit einer Frau. Die quasseln und quasseln und quasseln. Angeblich soll man sich dort nur 10 Min. verweilen. aber die sind sa nicht rauszubekommen und uns macht das auch nicht grade glustig in diese Runde einzubrechen.

Barbara stellt uns all ihren Schwimm-Freunden vor. Ihr tut es hier sehr gut, sie strahlt. Ich glaube nicht, dass es nur am Wasser liegt, aber hier hat sie Leute zum Reden und sich auszutauschen. Auch hier wird viel Smalltalk betrieben und wirklich trainiert wird wenig. Ich merke jedoch gleich, dass Brustschwimmen mit meiner Schulter noch nicht drin liegt, aber Aquajogging geht ganz gut und hält mich warm. Mom die tapfer im Wasser ausgeharrt hat und wegen der Badkapoe und dem Gequassel der munteren Hottub-gruppe und der Schwimmfreude wohl sowieso nicht viel verstanden hat, entscheidet, dass es genug ist und geht sich wieder anziehen. Ich bleibe noch kurz, verzichte aber Barbara in den Hottub zu folgen und gehe auch raus.

Mom und ich halten einen betten eigenen Plausch, während wir auf Barbara warten.

Danach gehen wir wieder zum Kurt nach Hause. Dort geht das Gemurmel weiter. Wir erkundigen uns, ob es für den nächsten Tag ein Programm gibt, wir wissen nur, dass Heidi uns zum Znacht eingeladen hat. Barbara in ihrem Sitzstuhl hantiert an ihrem Computer rum, zeigt Bilder und liest ab und an ein Mail oder eine Message ... macht alles durcheinander, aber kommt nicht auf den Punkt. Kurt weiss von nichts und Monika versucht zwischen Heidi, Barbara, Rosemarie etc zu vermitteln und für uns unsere Antworten zu bekommen. Ein Wirrwarr, so viele Kommunikationsprobleme, die mit einem einzigen Telefon gelöst gewesen wäre... Mom ist müde und will ins Hotel. Wir fahren zurück, genehmigen uns an der Bar noch einen Drink und ein Häppchen und sinken beide todmüde ins Bett.

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